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Grundstein für gemeindeintegriertes Leben in Altenheim gelegt

08.09.2017

Mit einer kleinen Feier legte die Diakonie Kork heute (8. September 2017) in Neuried-Altenheim den Grundstein für ein Wohnhaus für 24 Menschen mit mehrfachen Beeinträchtigungen, meist in Verbindung mit einer Epilepsieerkrankung.

Bei der Grundsteinlegung wurden eine Kapsel mit Zeitdokumenten und eine Flasche Wein in das Fundament eingelassen.  1. Reihe v.l. Rolf-Dieter Schink und Frank Stefan, 2.Reihe v.l.  Robert Büchel, Jochen Fischer, Jochen Strosack, Patric Scherer (Foto: Klaus Freudenberger)

Zur Dokumentation unserer Zeit wurden Baupläne des Hauses, die Tageszeitung, Euro-Münzen, ein Leitbild der Diakonie Kork sowie eine Urkunde in einer Kapsel als Grundstein in das Fundament eingemauert. Vorstandsvorsitzender Frank Stefan und Bürgermeister Jochen Fischer waren sich einig, dass mit dieser Grundsteinlegung für alle Beteiligten eine neue Ära begonnen hat. Mit einem Rahmen verdeutlichte Stefan, dass die 125-jährige Geschichte der Einrichtung eher eine Sonderwelt darstellte. „Heute wünschen wir aber, dass der Rahmen gesprengt wird“, so Stefan, trennte den Rahmen, um die Rahmenelemente dann zu einem Kreuz zusammenzufügen. Als kirchliche Einrichtung sei das Kreuz Orientierung und gebe die Koordinaten für das Handeln vor. Der Vorstandsvorsitzende dankte den politischen Vertretern Neurieds für die wohlwollende Begleitung des Projekts.
Bürgermeister Fischer unterstrich, dass in seiner Gemeinde große Freude über das Projekt herrsche. „Neuried freut sich über neue Berührungspunkte mit der Diakonie Kork, auf ein gutes Miteinander, auf einen neuen Arbeitgeber.“ Es gebe immer eine offene Tür, sollten Probleme auftauchen.
Architekt Rolf-Dieter Schink (Renchen) dankte Bürgermeister Fischer und Ortsvorsteher Jochen Strosack für die positive Aufnahme und Unterstützung bei den Vorbereitungen des Neubaus. Geplanter Bezug ist im Herbst 2018. Erfreut war Schink darüber, dass die bisher vergebenen Aufträge trotz öffentlicher Ausschreibung fast alle an Firmen in der Ortenau gingen.
Der Neubau ersetzt Wohnangebote auf dem Stammgelände der Einrichtung in Kork. Diese entsprechen nicht mehr den heutigen fachlich-konzeptionellen Anforderungen. Mit dem Neubau setzt die Diakonie Kork die Vorgaben der Landesheimbauverordnung um. Sie sieht das barrierefreie Einzelzimmer als Standard für Heimbewohner vor. Die 24 Bewohnerinnen und Bewohner leben in vier Gruppen zu je sechs Personen. Die Gruppengröße ist überschaubar und bietet auch Menschen mit schwerer Behinderung Orientierung. Dabei ist das Haus ein weiterer Schritt auf dem Weg zu gemeindeintegrierten Wohnangeboten der diakonischen Einrichtung. Der Standort grenzt an ein Neubaugebiet. Geschäfte und Gaststätten sowie Bank, Apotheke und Ärzte sind zu Fuß gut erreichbar. Vergleichbare Wohnhäuser der diakonischen Einrichtung in Willstätt und Goldscheuer zeigen erfolgreich, wie Inklusion gelebt werden kann. Altenheim liegt 15 Kilometer von Kehl-Kork entfernt, so dass das Haus in einem völlig neuen Sozialraum errichtet wird. Auch für Arbeitskräfte aus dem Raum Neuried birgt das Projekt mit seinen 30-35 Arbeitsplätzen Chancen. Ein vergleichbares Haus ist im benachbarten Ichenheim geplant.
Wegen des Betreuungsbedarfs ist das Haus ganztägig und in der Nacht mit Fachpersonal besetzt. Grundlage für die Arbeit ist ein heilpädagogisches Konzept, das Teilhabe, Freizeit und Beschäftigung, Pflege und Gesundheitspflege umfasst. Die hauswirtschaftlichen Arbeiten erfolgen durch entsprechendes Personal unter Einbeziehung der Bewohner, soweit dies möglich ist.
Der Bau des Hauses wird mit insgesamt 907.000 Euro aus öffentlichen Mitteln durch den Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS) und aus Haushaltsmitteln des Landes Baden-Württemberg bezuschusst. Ferner fördert „Aktion Mensch“ mit 250.000 Euro das Projekt. Die Bau- und Ausstattungskosten liegen bei rund 2,4 Millionen Euro – ohne Grundstück, Anlage des Gartens und erhöhten Kosten für den besonderen Bedarf in der Ausstattung. Aufgrund nicht vollständiger Refinanzierung durch die Tagessätze muss die Diakonie Kork daher Spenden und Eigenmittel einsetzen.

Ansicht Wohnheim
 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork