de

Epilepsieberatung mit Telemedizin - Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg fördert Pilotprojekt

20.12.2017

Die Epilepsieberatungsstelle des Epilepsiezentrums Kork wird durch das Land Baden-Württemberg mit rund 80.000 Euro beim Aufbau eines telemedizinischen Angebots gefördert.

In einem Pilotprojekt wird der Bedarf einer überregionalen Epilepsieberatung unter Einschluss digitaler Technologien erhoben. Im Projekt sollen ambulante sozialmedizinische und psychosoziale Beratungen stattfinden. Hierzu wird ein telemedizinischer Erstkontakt mit eventuell anschließender Beratung vor Ort erfolgen. In der Erhebung des überregionalen Beratungsbedarfes für epilepsiekranke Menschen in Baden-Württemberg soll auch erprobt werden, welche Besonderheiten sich durch den Einsatz der digitalen Technologien in der Beratungssituation ergeben und ob ein neues Beratungskonzept zu erstellen ist.
Für die sozialmedizinische Beratung reicht die von der Epilepsieberatungsstelle bisher angebotene telefonische oder schriftliche Beratung nicht mehr aus. Gerade die für die Beratenden und für die Ratsuchenden wichtigen Signale durch Mimik und Gesten können bislang nicht einbezogen werden. Dank digitaler Technik besteht nun die Möglichkeit einer aktiven Kommunikation per Video, die die Beratung hilfesuchender und immobiler Menschen mit Epilepsie sehr erleichtern würde. Eine solche telemedizinische Hilfe gibt es bislang für Epilepsiepatienten nicht. Sie wird das Angebot der Epilepsieberatungsstelle bedeutsam erweitern und qualitativ gegenüber einer Telefonberatung verbessern.
Im Zuge des Projektes soll auch geklärt werden, ob eine telemedizinische Beratung von den Betroffen als gleichwertig zu einer persönlichen Beratung angesehen wird. Das Projekt wird ferner evaluieren, ob durch den Einsatz digitaler Technologien in der Beratung besondere Betroffenengruppen erreicht werden können, die sonstige Beratungsangebote nicht in Anspruch nehmen.
Die Mitarbeitenden des Epilepsiezentrums Kork erhoffen sich für die Ratsuchenden eine niederschwellige Nutzung ihres einmaligen Beratungsangebotes für den Südwesten. Für Ratsuchende ist auf Grund der Erkrankung die Anreise nach Kork zur Beratung oft mit Hindernissen verbunden. Dank der Unterstützung durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg sollen diese Hindernisse durch moderne Technik überwunden werden.
Die Förderung hat Mitte Dezember 2017 begonnen und endet am 15. Februar 2019.

Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist davon auszugehen, dass in Baden-Württemberg jährlich 5.400 Einwohner neu an Epilepsie erkranken. Etwa 3-5 Prozent erleiden einmal im Leben einen Anfall, fast 90.000 Einwohner im Land haben eine aktive Epilepsie.
Bei etwa zwei Drittel der Menschen mit Epilepsie lässt sich dank moderner Medizin eine befriedigende Anfallssituation erreichen. Trotz aller therapeutischen Neuerungen wird jedoch ein Drittel aller Menschen mit Epilepsie nicht anfallsfrei – mit allen negativen Konsequenzen für die eigene Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork