Grundsteinlegung für gemeindeintegriertes Wohnen in Ichenheim

30.07.2018

Am 25. Juli wurde am nördlichen Ortsrand von Ichenheim der Grundstein für ein weiteres Wohnhaus der Diakonie Kork in der Gemeinde Neuried gelegt und damit das achte gemeindeintegrierte Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen auf den Weg gebracht.

Der Grundstein für das mittlerweile achte Wohnhaus für gemeindeintegriertes Wohnen ist gelegt: Gemeinsam versenkten Christian Ascherl, Leiter des Wohnverbunds, Architekt Rolf-Dieter Schink, Neurieds Bürgermeister Jochen Fischer und der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Kork, Frank Stefan, die Kapsel mit den Zeitdokumenten in den entstehenden Mauern des Gebäudes.

Jahrzehntelang wurden Menschen mit komplexen Behinderungen in großen Einrichtungen untergebracht, in denen sie umhegt und umsorgt wurden, aber kaum Kontakt zur Außenwelt hatten. Mittlerweile ist es politischer Wille, dass alle Menschen befähigt werden sollen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. „Dieses Wohnhaus ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg von einer zentralen Einrichtung in eine neue Welt der Eingliederungshilfe“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Kork, Frank Stefan, bei der Grundsteinlegung am Mittwoch. „Menschen mit Beeinträchtigungen sollen in die Lage gebracht werden, ihr Leben weitgehend selbst zu gestalten.“ In Ichenheim werden jeweils sechs Bewohner in einer wohngemeinschaftlichen Struktur zusammenleben. Insgesamt werden 24 Menschen das Haus bewohnen – in einem Umfeld, wo sie Nachbarn haben werden, eine Einkaufsmöglichkeit vor der Tür und eine Bushaltestelle um die Ecke. Derzeit wohnen sie noch auf dem Gelände der Diakonie Kork im alten Schwesternwohnheim und in einem Wohnheim mit Doppelzimmern, die beide nicht mehr der aktuellen Landesheimbauverordnung entsprechen.

Architekt Rolf-Dieter Schink aus Renchen lobte das Entgegenkommen der Gemeinde Neuried, die dem Projekt uneingeschränkte Zustimmung erteilt hat. Es ist schon das zweite Wohnheim, das in Neuried entstehen wird – in Altenheim wurde im letzten September mit dem Bau eines Wohnhauses begonnen. Auch in Ichenheim sind schon die Anfänge zu sehen: Die Bodenplatte ist bereits gegossen, die ersten Ziegel werden gerade aufeinander gesetzt. „Wir können froh sein, dass wir nicht hier sind, um einen Spatenstich zu machen“, sagte Rolf-Dieter Schink angesichts des harten und ausgedörrten Bodens. Gemeinsam mit Frank Stefan, Neurieds Bürgermeister Jochen Fischer und zukünftigen Bewohnern des neuen Hauses sowie den beiden Leitern des Wohnverbundes Patric Vorbrodt-Röhl und Christian Ascherl befüllte er die Zeitkapsel, die anschließend hinter dem Grundstein eingemauert wurde, mit einer aktuellen Zeitung, ein paar Münzen und einer Urkunde. Bezogen auf den Zeitungs-Leitartikel, der den Kreistagsbeschluss zur Schließung einiger Krankenhäuser des Ortenau-Klinikums zum Thema hatte, sagte Frank Stefan: „Am heutigen Tag wird von einer Zeit des Niederreißens berichtet, während wir mit einem Aufbau beginnen.“

Das neue Haus wird eine Nutzfläche von 1260 Quadratmetern haben. In den vier Wohngruppen versorgen sich die Menschen weitgehend autark – die Zeit der zentralen Großküche und Wäscherei ist dann vorbei. Ende August wird neben dem Wohnhaus mit dem Bau eines Förder- und Betreuungsbereichs begonnen werden, der 20 Arbeitsplätze bietet. Beide Einrichtungen sollen zeitgleich im Sommer 2019 in Betrieb genommen werden.
Der Bau des Wohnhauses schlägt mit 2,45 Millionen Euro zu Buche. Knapp die Hälfte davon wird aus Zuschüssen und Fördermitteln bestritten. Der Zuschuss des Kommunalverbands Jugend und Soziales (KVJS) und des Landes Baden-Württemberg beläuft sich auf 907.000 Euro. Die „Aktion Mensch“ fördert das Projekt mit 250.000 Euro.

 

Projekte

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Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

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Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

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