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Haltung zeigen gegen Diskriminierung

19.04.2018

Die Arbeitsgemeinschaft der Behindertenhilfe im Ortenaukreis e.V. (AGBO) zeigt sich entsetzt über die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu schwerbehinderten Menschen in Deutschland und fordert eine klare Haltung gegen Diskriminierung.

Die Arbeitsgemeinschaft der Behindertenhilfe im Ortenaukreis (AGBO) ist entsetzt über die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu schwerbehinderten Menschen in Deutschland!

Seit Jahren arbeiten Landkreis und Kommunen, Unternehmen und Einrichtungen im Ortenaukreis an einem unbehinderten Miteinander im Sinne des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Etwa jeder zehnte Ortenauer hat ein Handicap. Menschen mit Behinderung sind Angehörige, Freunde, Nachbarn, Kollegen, Klienten.

Wir haben gemeinsam viel erreicht. Umso wichtiger ist es jetzt, gemeinsam Haltung zu zeigen gegen gesellschaftliche Strömungen, die immer stärker spürbar und sichtbar werden. Nicht nur im Bundestag in Berlin, sondern auch hier in unserer Region.

In der Kleinen Anfrage möchte die AfD unter anderem wissen: „Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Behinderten seit 2012 entwickelt, insbesondere die durch Heirat innerhalb der Familie entstandenen?" Des Weiteren erkundigt sich die AfD, wie viele Fälle der durch Heirat in der Familie entstandenen Behinderungen einen Migrationshintergrund haben und wie viele in der Bundesrepublik Deutschland lebende Schwerbehinderte keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Das Heranziehen von Inzest als vermeintliche Hauptursache von Behinderungen in Deutschland sowie die damit verbundene Mutmaßung, dass es sich bei einer Vielzahl der behinderten Personen um Menschen mit Migrationshintergrund handeln könnte, ist völlig abwegig und inakzeptabel.

Die diskriminierende Gesinnung, die dieser Kleinen Anfrage zugrunde liegt, bestürzt uns. Sie weckt Erinnerungen an die dunkelste Zeit in unserer Geschichte, bereitet den Boden für Ausgrenzung und gefährdet die gesellschaftliche Teilhabe.

Die Sensationsgier, Provokationen und einfach gestrickten Mutmaßungen der AfD sprechen für sich, aber wir müssen lauter sein:

Zeigen Sie gemeinsam mit uns eine klare Haltung der Vernunft, Solidarität und Menschlichkeit. Gegen Diskriminierung. Für eine Gesellschaft für ALLE.

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Hintergrund

Der Ausschuss Arbeit und Soziales teilte den Eingang der Anfrage „Schwerbehinderte in Deutschland" (19/1444) am 12. April 2018 auf der Webseite des Deutschen Bundestags mit. Die Kleine Anfrage wurde eingereicht von den Abgeordneten Nicole Höchst, Franziska Gminder, Jürgen Pohl, Verena Hartmann und der AfD Fraktion und gezeichnet von Dr. Alice Weidel und Dr. Alexander Gauland.

 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

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