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Menschen ohne Sprache eine Stimme verleihen

25.01.2018

Die Beratungsstelle „Unterstützte Kommunikation“ der Diakonie Kork eröffnet Menschen, die nicht sprechen können, neue Möglichkeiten der Kommunikation und damit Zugang zu anderen Menschen und der Welt. Die beiden Mitarbeiterinnen, Heide Klettner und Beatrice Roth, sind beide Fachpädagoginnen für „Unterstützte Kommunikation“. Die Aufgabe der Logopädie ist es, die Fähigkeiten zu sprechen, zu verbessern. Die Unterstützte Kommunikation setzt ein, wenn die Fähigkeit zu sprechen nicht vorhanden bzw. so minimal ist, dass sie nicht zur Kommunikation ausreicht.

Situation vor Ort

Das bekannteste Instrument der „Unterstützten Kommunikation“ ist die Gebärdensprache. Sie wird vor allem von Menschen benützt, die gehörlos sind. Beatrice Roth gibt auch Kurse in Gebärdensprachen in der Diakonie Kork, aber auch außerhalb für interessierte Menschen. Aus ihrer Arbeit entstand beispielsweise der Gebärdenchor der Hanauerland Werkstätten.

Die Gebärdensprache ist jedoch nur eine Möglichkeit unter vielen. Je nach individuellen Fähigkeiten werden Symbolkarten, Zeichen-Bücher bis hin zu elektronischen Geräte mit Sprachausgabe wie Tablets oder Tobii-Augensteuerungsgeräte eingesetzt.

 

Unser Projekt

„Es gibt verschiedene Ursachen, warum ein Mensch nicht sprechen kann. Das kann eine angeborene Behinderung, ein Schlaganfall oder ein Unfall mit Schädigung des Sprachzentrums sein“, sagt Heide Klettner. Meist sind es Patienten des Epilepsiezentrums, Bewohner oder Beschäftigte der Hanauerland Werkstätten, Menschen aus der Umgebung, die Hilfe in der Beratungsstelle suchen.So berichtet Heide Klettner von einer jungen Frau, die in der Séguin-Klinik über mehrere Wochen behandelt wurden. Ein fröhliche junge Frau, die ein „Angelman Syndrom“ hatte, und daher nicht sprechen konnte. Ihre Mutter verstand sie, aber sonst kein Außenstehender. Die Mutter machte sich große Sorgen, was mit ihrem Kind passieren würde, wenn sie einmal nicht mehr in der Lage sein würde, die Verbindung zur Außenwelt herzustellen. Während des Klinikaufenthaltes arbeitete die Mutter mit großem Engagement daran, für ihre Tochter Kommunikationswege zu eröffnen. Zunächst stellte sie – mit der Hilfe von Frau Klettner – ein Buch mit Symbolbildern her. Allmählich konnten die Symbole erweitert werden, bis man schließlich zu einem Tablet als elektronischem Kommunikationsinstrument wechseln konnte. Überglücklich verließen Mutter und Tochter die Klinik.

 

Ihre Mithilfe

Die Kosten für die Beratungsstelle in Kork belaufen sich jährlich auf rd. 85.000 Euro. Dazu kommen Hilfsmittel wie Symbolkarten oder ein Tobii-Augensteuergerät, das mit rd. 17.000 Euro zu Buche schlägt. Die Arbeit der Beratungsstelle in Kork muss aus Spendengeldern finanziert werden. Sie ist umso wichtiger geworden, weil eine andere Beratungsstelle in Freiburg aus Kostengründen geschlossen werden musste. Das wollen wir in Kork verhindern.
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, Menschen ohne Sprache eine Stimme zu verleihen.

 
 
 
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Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

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Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork