Werke aus den letzten 25 Jahren – Mit Anfällen leben

30.08.2019

„Epilepsie – Mit Anfällen leben“ – zu diesem Thema sind in den letzten 25 Jahren eine Fülle vielfältiger Bilder, Zeichnungen, Collagen, Grafiken, Gemälde und handschriftlicher Texte im Rahmen der Gestaltungstherapie des Epilepsiezentrums entstanden.

Ein epileptischer Anfall - aus der Sicht eines Betroffenen.

„Der Wind wird immer stärker, Sturm kommt auf und dann zucken die ersten Blitze am Himmel. So beginnen manchmal auch meine Anfälle. Ich komme immer stärker in die Unterzuckerung, schwanke – falle um wie ein Baum, der dem Wind nicht standhalten kann.“
Mit diesen Worten beschreibt ein ehemaliger Patient der Epilepsieklinik für Erwachsene der Diakonie Kork seine Anfälle. Das dazugehörige Bild wirkt düster, ein dunkler Wald in der schwarzen Nacht, am Himmel helle Blitze und ein verschleierter Mond.
Am 22. August 2019 wurde dieses Werk neben vielen anderen Werken von Patienten und Patientinnen in einer Vernissage im Lichthof des Epilepsiezentrums ausgestellt. 
„Dem eigenen Erleben Ausdruck geben, die eigenen Visionen gestalten, darin unterstütze ich die Patienten.“, erklärt Christel Schumm, Gestaltungstherapeutin im Epilepsiezentrum und Organisatorin der Vernissage. Seit 1992 begleitet sie Patienten und zeigt ihnen einen Weg ihre Furcht, Wut, Ratlosigkeit bildnerisch festzuhalten. Die Gestaltungstherapie ist Bestandteil des Gesamtbehandlungskonzeptes der Klinik und bietet den Patienten die Möglichkeit, mit Farben, Formen, Worten und Bildausschnitten zu experimentieren und den Zugang zu ihrer eigenen Kreativität zu erlangen. Auf Papier können sie sich mit ihren Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen auseinandersetzen. Dabei werden jedes Mal unterschiedliche Aspekte des Erlebens zum Ausdruck gebracht. Mit ihren Werken geben sie einen Einblick in ihr ganz persönliches Erleben von Anfällen, Reaktionen der Umwelt, Einschränkungen, Ängsten und Hoffnungen, die ihr Leben prägen. „Mit der Ausstellung erfahren die Werke der Patienten nochmals eine angemessene Wertschätzung. Malen hilft oftmals auch, etwas auszudrücken, was noch nicht in Worte zu fassen ist.“, so die Gestaltungstherapeutin. Viele der Kunstwerke wurden bereits bundesweit im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert.

Bis zum 18. September kann die Ausstellung im Lichthof des Epilepsiezentrums besucht werden. Besucher sind herzlich eingeladen sich an der Malaktion „Hirnströme“ zu beteiligen, die für jeden frei zugänglich ist. Die ausgestellten Kunstwerke können außerdem erworben werden. Der Erlös kommt dem Verein Epicura zugute.
Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich bitte an Christel Schumm
cschumm@diakonie-kork.de

 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

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