Feierlichkeiten beim Ambulant Betreuten Wohnen der Diakonie Kork

18.09.2019

Allen Grund zum Feiern hat das Ambulant Betreute Wohnen (ABW) der Diakonie Kork. Diesen Herbst stehen gleich zwei Festlichkeiten an: erstmals in der Geschichte des ABW wurde die 100er Marke von Klienten geknackt und das Café Mahlzeit begeht sein 5-jähriges Jubiläum. Herr Scholz, Leitung ABW und Herr Rampelt, stellv. Leitung ABW und Koordination Betreutes Wohnen in Familien, berichten.

Interview Herr Scholz und Herr Rampelt

Dieses Jahr hat das ABW erstmals die magische Marke von 100 Klienten geknackt. Das darf natürlich gefeiert werden. Was hat das ABW dafür geplant?
Herr Scholz: „Ja, wir haben dieses Jahr das erste Mal die 100er Marke geknackt und haben momentan 104 Klienten im Ambulant Betreuten Wohnen. Hierfür haben wir eine Feier am 11. Oktober geplant zu der natürlich die Klienten, aber auch Mitarbeitenden des ABWs und der Offenen Hilfen sowie Kooperationspartner eingeladen werden.“


Seit wann gibt es das ABW und wie haben sich die Zahlen in den letzten Jahren entwickelt?
Herr Scholz: „Die allerersten Anfänge lassen sich auf das Jahr 1999 datieren, dort gab es den ersten Klienten. Dann hat sich das mit den Jahren gesteigert. Ganz am Anfang war das ABW an den stationären Bereich des Wohnverbundes gekoppelt. Dort stellte man fest, dass einige Bewohner sehr fit waren und auch selbstständig wohnen können und somit dann auch ambulant betreut werden konnten. Ab 2007 wurde das ABW dann zu einem eigenen Bereich mit zunächst 6 Klienten.“


Herr Rampelt: „Wir haben am Anfang sehr viel Informationsmaterial ausgelegt und in Kliniken, Rathäusern, Arztpraxen u.v.m. informiert. Wir sind dadurch stetig gewachsen. Und es kamen immer mehr Anfragen auch aus der Werkstatt, dem Epilepsiezentrum, dem Landratsamt oder von rechtlichen Betreuern. Unsere Besonderheit ist, dass wir Menschen mit einer aktiven Epilepsie aufnehmen können. Da wir diesbezüglich Rahmenbedingungen geschaffen haben, damit die Klienten ambulant betreut werden können. Da geraten andere Anbieter oftmals an ihre Grenzen.“


Herr Scholz: „Ja, das stimmt. Bundesweit gibt es kaum Anbieter von Ambulant Betreuten Wohnen für Menschen mit Epilepsie. Oftmals müssen diese dann auf Wohngruppen, wo sie einfach nicht passend untergebracht sind. Da bei uns hauptsächlich Heilerziehungspfleger tätig sind, die bereits jahrelang in der Diakonie Kork arbeiten, bringen sie sehr viel Erfahrung im Umgang mit Epilepsie mit. Mit diesem Knowhow können wir Menschen mit aktiver Epilepsie bedarfsgerechte Hilfen und Unterstützung anbieten und haben eigens dafür ein Hilfesystem entwickelt.“


Welche Klienten leben im ABW und welches Einzugsgebiet haben Sie? Wie sieht die Betreuung aus?
Herr Scholz: „Es gibt Menschen mit einer leichten geistigen Behinderung. Es gibt körperbehinderte Menschen die z.B. im Rollstuhl sitzen und es gibt die Gruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen, seelische Behinderung nennt sich das.“


Herr Rampelt: „Zweidrittel der Klienten haben eine aktive Epilepsie. Wobei Epilepsie auch zu den Körperbehinderungen zählt. Einzugsgebiet ist das Hanauerland speziell Kehl und Kork. Die meisten leben in Kork, der Rest verteilt sich auf Kehl und die Gemeinden wie Goldscheuer, Neumühl und Auenheim. Dort leben die Klienten in ihren eigenen Wohnungen entweder alleine, mit ihrem Partner oder Partnerin oder in WGs. Geholfen wird je nach Bedarf, von einmal die Woche bis fünfmal die Woche, eben bei allem was das Leben so ausmacht. Von gemeinsam einkaufen gehen, über medizinische Angelegenheiten und Behördenangelegenheiten bis hin zu Beratung bei Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, ist alles dabei. 5 Klienten leben in einem inklusiven Wohnprojekt des Vereins Inge e.V.. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule Kehl, der Lebenshilfe Kehl und des ABWs der Diakonie Kork. Hier wohnen und leben insgesamt 10 Menschen mit und ohne Handicap zusammen.“

Jetzt haben Sie im Oktober nicht nur die Feier des ABWs, sondern auch ein Jubiläum das Ende September ansteht, was wird gefeiert?
Herr Scholz: „Am 29. September wird im Rahmen des Gemeindefestes Kork das 5-jährige Jubiläum von Café Mahlzeit gefeiert. Dort wird es einen Gottesdienst geben, es wird gemeinsam gegessen und nachmittags wird die Verlängerung des Kooperationsvertrags auf weitere fünf Jahre unterzeichnet. Dazu sind alle Gemeindemitglieder und Mitarbeitenden herzlich eingeladen.“


Was steckt hinter dem Konzept des Café Mahlzeit?
Herr Scholz: „Grundidee war, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Leute von außerhalb, die neu in die Gemeinde Kork ziehen oder Menschen aus dem Heimbereich der Diakonie Kork mit anderen Gemeindemitgliedern zusammen kommen und sich vernetzen können. Und beim Essen kann man immer gute Kontakte knüpfen. Café Mahlzeit hat sich ganz schnell etabliert und kommt vor allem auch bei älteren Menschen der Gemeinde Kork sehr gut an. Es sind richtige Freundschaften entstanden, auch zwischen „Korkern und ABWlern“. Mittlerweile geben wir donnerstags 70 Essen raus. Das alles ist auch nur dank der Unterstützung vieler Ehrenamtlicher, Hauptamtlicher und auch Klienten aus dem ABW möglich.“


Christiane Stassen ist eine von ihnen. Sie lebt im Ambulant Betreuten Wohnen in Kork und hilft jeden Donnerstag bei Café Mahlzeit mit. Bereits von Anfang ist sie dabei und schätzt das Team des ABWs und Café Mahlzeit sehr. Die Betreuung durch eine ABW-Mitarbeiterin und die Arbeit jeden Donnerstag geben ihr Selbstvertrauen und das Gefühl von Sicherheit.

 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

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